Geschichte
Die Geschichte der Echo-vom-Wasserfall-Familie
Vor fünf Jahren, an einem warmen Spätsommerabend, entstand eine Idee, die unser musikalisches Leben verändern sollte. Damals träumte ich davon, eine Alphorngruppe zu gründen, eine Gruppe, die nicht nur gemeinsam musiziert, sondern die Freude an der Alphornmusik in die Welt hinausträgt. Keine stundenlangen Übungsabende, keine strengen Probenpläne. Stattdessen sollte jede und jeder die Stücke zu Hause einstudieren, damit wir uns treffen konnten, um das zu tun, was wir am meisten lieben: gemeinsam Musik machen. So wurde die Gruppe Echo vom Wasserfall geboren.
Anfangs spielten wir vor allem traditionelle Alphornmelodien, ab und zu ergänzt durch ein anspruchsvolleres Werk, das unseren Horizont erweiterte. Zwanzig bis dreissig Proben im Jahr, mehr brauchte es nicht, denn die Motivation war riesig. Jede Zusammenkunft fühlte sich wie ein Wiedersehen unter Freunden an, begleitet vom satten Klang unserer langen Hörner.
Der Auftritt im Eindunkeln
2022 wagten wir den ersten grossen Schritt: unser Debüt am Jodlerfest in Ins. Wir spielten das Stück Am Bielersee als letzte Gruppe, während der Abendhimmel bereits dunkler wurde und der Festplatz in warmes Licht getaucht war. Es war ein magischer Moment, doch der Juror schrieb, dass unser Bielersee noch einige „Trübungen“ habe.
Seither heisst diese Stück bei uns liebevoll und mit einem Augenzwinkern am Trübsee.
Wachsendes Selbstvertrauen
Ein Jahr später also 2023, standen wir am Eidgenössischen Jodlerfest in Zug im Fussballstadium, diesmal mit dem Stück Vo de Chüejersbärge. Mit jedem Auftritt, an jedem neuen Ort, wuchs unser Vertrauen in uns und in unseren Klang. Und 2024, ein unvergessliches Jahr, gelang uns in Langnau mit dem Stück Ämmentaler Gruess der Durchbruch: Bestnote der Jury!
Auch an der Lenk durften wir erleben, wie unser Hit Frühlingsgrüsse Publikum und Jury gleichermassen begeisterte. Es fühlte sich gut an, zu wissen: Wir spielen nicht nur, wir berühren mit unserer Musik Menschen. Manche behaupteten sogar, die Blumen hätten schneller zu blühen begonnen, aber das dürfte wohl der Poesie zuzuschreiben sein.
Beim Wettblasen bei der Alphornmacherei Bachmann im Knubel bei Eggiwil mussten wir uns lediglich einer Gruppe aus Zürich knapp geschlagen geben. Doch wir wussten: Wir gehören zu den Besten.
Eine Gruppe mit Herz
Inzwischen sind wir an unzähligen Orten aufgetreten, auf Wiesen, an Festen, vor Bergen, in Hallen und Kirchen. Unser gemeinsames Ziel, die Alphornmusik weit hinauszutragen, haben wir erreicht. Unsere Gruppe ist harmonisch, herzlich und zusammengewachsen wie eine Familie mit sechs Mitglieder. Und unser Repertoire? Mittlerweile umfasst es rund dreissig Stücke.
Ein neuer Traum entsteht
Im vergangenen Sommer begann ein neuer Gedanke in mir zu reifen: Warum nicht neben dem Sextett eine grössere Alphorngruppe aufbauen? Nach langen Überlegungen schmiedete ich einen Plan. Bei einem Wochenendausflug, irgendwo zwischen Gesprächen, Bergen, Lachen und Musik, stellte ich der ganzen Gruppe meine neue Idee vor.
Und wie einst am Wasserfall war, es wieder da, dieses besondere Gefühl: Etwas Neues beginnt.
Es beginnt schon wieder etwas Wunderschönes.
Im Sommer üben wir regelmässig bei der Firma TGL in Wynigen. Unsere Klänge steigen dort in die warme Luft, ziehen über die Wiesen und werden von einem kleinen, nahegelegenen Wald mit wachen Ohren empfangen. Zwischen seinen Stämmen verstreuen sich unsere Töne, und als sanftes Echo kehren sie zu uns zurück, nicht immer nur die schönsten Töne, doch stets ehrlich, wie die Natur selbst.
So war es fast selbstverständlich, dass wir unserer neuen, grösseren Gruppe den Namen eben dieses kleinen Waldes anvertrauen. Er ist zu einem stillen Begleiter unserer Proben geworden, zu einem Ort, der hört, trägt und widerspiegelt.
Damit ist der Grundstein gelegt für eine wachsende Gemeinschaft, die den Namen Tannwald trägt, verwurzelt, lebendig und offen für neue Klänge, die zwischen den Bäumen ihren Weg finden, und die Zuhörer und uns berühren.